Das Gedicht "Resonanz" entspringt einer aktuell spürbaren Ohnmacht und schlließt mit einem starken Gefühl von Selbstwirksamkeit und Hoffnung ab. Es ehrt diejenigen, die aus der Ohnmacht heraustreten und zu handeln beginnen – genau das, was hier mit dem "Feuerherz" und dem "kühlen Kopf" beschrieben wird.
Das Feuerherz, ein kühler Kopf
Klare Verbundenheit gegen Verletzungen
Die lebendige Antwort: Resonanz
Stumme Reize der blinden Zeit
Wir sehen fast alles, fühlen nur nichts,
im grellen Schein des Bildschirmlichts.
Ein Strom aus Bildern, voll geschminkt
erzeugt einen erfahrungsarmen Instinkt.
Der Schmerz der Welt wird weggedrückt,
weil uns der Alltag schier erdrückt.
Die Welt unfair, mit starrem Teilen,
wo Mächte durch das Kapital verweilen.
Das Sein bestimmt, was wir verstehn,
wenn wir beschämt beiseitegehn.
Die Ohnmacht frisst sich tief ins Mark,
macht Seelen krank und Staaten stark.
Wir spalten ab, was uns bedroht,
projizieren Angst und fremde Not.
Wie heile ich diese Welt?
Indem das Schweigen endlich bricht,
und Dunkles tritt ans Tageslicht.
Das Unbewusste, tief versteckt,
wird fühlend wieder wach geweckt.
Der Körper spricht, das Trauma weicht,
wenn Hand der Hand die Heilung reicht.
Kein blindes Rennen, stummer Lauf –
wir brechen die Strukturen auf!
Nicht starr erdulden, einsam stehn,
sondern gemeinsam Wege gehn.
Die Ohnmacht weicht der neuen Kraft,
die solidarisch Räume schafft.
Vom bloßen Reiz zur tiefen Tat:
Das ist der Heilung wahrer Pfad.
Das Feuerherz, ein kühler Kopf
Ein Feuerherz, das mutig brennt,
und tief den Schmerz der Spaltung kennt.
Es fühlt das Leid, die Klassenschranken,
und weigert sich, stumm weiterhin zu schwanken.
Doch Hitze blind im Kreise schlägt,
wenn sie kein kühler Kopf bewegt.
Der kühle Kopf schaut scharf und klar
auf das, was unbewusst schon war.
Er bricht die Herrschaft der Strukturen,
folgt der Verdrängung leisen Spuren.
Wo Reize uns im Alltag blenden,
hilft er, die Ohnmacht umzuwenden.
Vereint im Kampf, entgegen Pfeilen,
lässt sich das Trauma sanfter heilen.
Wenn Herz und Geist denselben Takt bekommen,
wird aus der Starre neues Recht gewonnen.
Das Feuer treibt die Praxis an,
der kühle Kopf bricht sich die Bahn.
Instrumentelle Vernunft verwaltet Leid,
sieht Krieg statistisch, zählt Einsamkeit.
Sie kalkuliert für Märkte Klassen, Macht,
und hat uns die Ohnmachtskälte beigebracht.
Ein Denken, das die Welt ohne Regung vermisst,
am Ende das Menschliche gänzlich vergisst.
Klare Verbundenheit gegen Verletzungen
Doch blinde Empörung, die kopflos entbrennt,
oft nur das Ressentiment, den Sündenbock kennt.
Das Feuer allein, ohne läuternden Geist,
die Ketten der Ohnmacht nur fester verschweißt.
Es braucht Reflexion, die das Dunkle durchdringt,
damit aus dem Schmerz klare Einsicht entspringt.
Das Feuerherz fühlt, wo das System uns verletzt,
der kühle Kopf sieht, wie das Recht uns ersetzt.
Vernunft wird lebendig durch leidenschaftliche Kraft,
die Mitleid und Klarheit zum Praktischen rafft.
Sind Denken und Fühlen in uns eng verbunden?
So wird der blinde Fleck akkurat überwunden.
Die lebendige Antwort: Resonanz
Wo Zeit nicht mehr treibt, sondern Räume entfaltet,
wo nicht mehr der Markt unsre Rhythmen verwaltet,
da füllt sich die Leere mit neuer Substanz:
Wir treten hinein in die Tief-Resonanz.
Ein Schwingen, ein Echo, das Antwort uns gibt,
weil Menschsein die Welt nicht nur nutzt, sondern liebt.
Die Welt ist kein Ding, das man rechnet, addiert,
Sie atmet mit dem, wer zu seinem Gefühl ungeniert.
Der kühle Verstand und das brennende Herz –
Sie heilen im Einklang den rasenden Schmerz.
Den Mutigen unsere Ehre gebührt,
die tun, was das Herz als das Richtige spürt.


