fabel

Fabel

🪶 Viele menschliche Verhaltensweisen und Geschichten lassen sich anhand der Vogel-Fabel untersuchen, beschreiben und erklären. 🪞

Zwitschern die Zeilen mit gefederten Fabeln

Der frühe Vogel fängt den Wurm:

So weiß der Kuckuck, was zu tun.

Er lässt die andern fleißig schwitzen,

um selbst im warmen Nest zu sitzen.

🪺

Der Hahn im Korb, im Rampenlicht,

der schwört noch Treue, wankt noch nicht.

Doch ehe er zum Morgen kräht,

ist jedes feste Wort verweht.

🌬️

„Ich kenn ihn nicht!“ – so ruft der Chor,

und macht dem Vogel Strauß was vor.

Der Kopf im Sand, das Herz so klein,

es will ja niemand schuldig sein.

🪶

Die Krähen, die im Dunkeln wachen,

die werden kein Auge aufmachen.

Man deckt sich stumm im Federkleid

und füttert fleißig Neid und Streit.

🦚

Der stolze Pfau schlägt stumm sein Rad

und sonnt sich auf dem Lebenspfad.

Sein Federkleid, ein buntes Meer,

doch unterm Glanz ist alles leer.

🦉

Die Eulen nach Athen zu tragen

bei vielen solchen Ausgangslagen

meint Überflüssiges zu tun:

Das Wort lenkt Achtung auf Geschichte um.

🐦

Und wenn das blinde Huhn am Ende

verzweifelt ringt die leeren Hände,

dann sitzt der Kuckuck stumm und lacht,

weil Feigheit ihm sein Nest gemacht.

🦢

Erklingt in dunklem Fis-Moll dann

der Abgesang vom stillen Schwan,

dann läutet schwer die Glocke ein

das Ende für den falschen Schein.

🥚

Der Vorhang fällt für dieses Stück

– der Kuckuck ruht im fremden Glück.

Der springende Punkt am Fabel-Ende

versteckt sich meist in Federn fremden.

🐣

Wer mutig mit dem falschen Schein

steht ungeschützt, doch echt und rein,

die fremden Federn von sich streift,

bis er den eignen Kern begreift.

🐔

Kein Kuckucksnest, kein Pfauenrad;

Man spürt den Boden, wählt den Pfad:

mit keinem fremden Ruf getarnt,

wird unpolierte Wahrheit offenbart.

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