spuren

Spuren

👣 Spuren offenbaren ihre Wirkung auf den individuellen Lebenssinn und -inhalt eines jeden in der Gegenwart denkenden und wirksamen Menschen: meist unbewusst, aber doch spürbar. 🐾

Tiefe Spuren
Fading Traces
Неровные следы

Tiefe Spuren

Wir haben manche Spur im Sand gemacht:
gekauft, verkauft,
geliebt und aus Versehen ausgelacht,
vergessen oder einfach einen Streit entfacht.

Zu spät gekommen, vorgerannt,
gelobt und in den Staub verbannt,
bis es um uns herum jetzt richtig kracht…
Haben wir an das Vergeben denn gedacht?

Wir suchten nach Mittlern, bauten Tempel und Schrein,
und gruben uns fremde Narben ins Gewissen tief ein,
wir zählten Verluste und wogen die Schuld
– und sanken hinab in stummer Geduld.

Der Sinn liegt nicht in Tafeln, nicht im Klang von Geld,
nicht bei Anwalt oder Richter, der Verbote stellt.
Der ganze weite Weg, die ungerade Bahn
– ruht in der Tat, die ohne Furcht getan.

Die Freiheit ist kein Gnadenakt, der uns die Sünden nimmt,
kein lauter Glaube, der als Norm uns allen ist bestimmt.
Sie ist die stille Wahl, wenn tiefste Dunkelheit uns deckt,
heißt auf eigner Höhe bleiben: aufrecht, unerschreckt.

Fading Traces

We left behind a subtle, ever-fading trace:
we bought and sold, we loved, then gave a cold embrace.
We came too late, we rushed ahead, we praised, we crushed with words of dread...
But have we yet forgiven our own selves? Who said?

We searched for guides, raised temples to the sky,
and let the scars of others on our conscience lie,
we counted every loss, and tailored every guilt
— and sank once more beneath the walls we built.

The essence is not found in tablets, nor in gold,
nor in the ones by whom our choices are controlled.
The journey we have walked, the jagged trace we’ve made,
lives in the single act where we are unafraid.

Freedom is no pardon, no debt wiped away,
no loud and single creed for everyone to say.
It is the quiet choice when deepest shadows fall:
to hold your highest ground and stay yourself through all.

Неровные следы

Немного мы в жизни своей наследили:
продали, купили, любили, но холод в объятьях таили,
мы где-то отстали, спеша на финал,
хвалили, бросая слова как кинжал... Себя мы простили? Кто это сказал?

Искали пророков и строили храмы,
чужие на совесть ложились нам шрамы,
считали убытки, кроили вину —
и снова, как прежде, тянулись ко дну.

А суть не в скрижалях, не в звоне монет,
не в тех, кто на выбор придумал запрет.
Весь пройденный путь и неровный наш след
— в поступке, где страха расплаты уж нет.

Свобода — не милость, отпущенный грех,
не громкая вера одна лишь на всех.
Она — тихий выбор в глухой темноте:
остаться собой на своей высоте.

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