Der Titel des Gedichts bezieht sich auf den "Urwald-Grund", den Ursprung und die tiefe Erde, aus der die Wurzeln ihre Kraft ziehen. Es ist kein Geheimnis, dass uralte Kraft hinter allem Wachstum steckt: sowohl in der Natur als auch in der Zivilisation. Die beiden zentralen Metaphern für den Ursprung – die Wurzeln des Waldes und die Kerne der Städte – zeigen klar die Historie auf. Es geht im Grunde um das Werden der Natur im Frühling, das Werden der Städte und das Fortwirken der Ahnen.
Das Gedicht beschreibt verschiedene Zyklen: den der Jahreszeiten, den von Entstehung und Wachstum und den Kreislauf von Leben und Tod. Nicht zuletzt verbindet es Natur und Urbanität, um einen Zusammenhang der Vergangenheit mit der Kontinuität herzustellen: Die Lieder der Ahnen hallen noch nach, während die Lieder der Vögel neu erklingen.
Der Ruf aus dem Urgrund
Die Ahnen, die vor Zeiten waren,
sind längst zu Staub und Korn zerfallen.
Doch in den alten Heldensagen
hört man noch ihre Lieder hallen.
So hat wohl alles seinen Grund,
den wir im Wald aufs Neu' erkennen.
Der Forst wächst aus dem Urwald-Grund,
die Städte aus den alten Kernen.
Wie aus Gehöft und kleinem Dorf,
das später breite Kronen schlägt,
ein Trieb aus Stein und Mörteltorf
sich hoch zum Himmel ragen trägt.
Wir zieh'n hinaus ins junge Grün
und folgen einem leisen Ziel:
Dem ersten Lied, das Vögel sprühn
in ihrem übermüt'gen Spiel.
Die Wurzel, die im Dunkeln schlief,
schickt nun die Kraft durch Ast und Zweig.
Ein Ruf, der aus dem Urgrund rief,
macht Knospen prall und Blätter weich.


